Cinelli im Eigenaufbau


Eigentlich hatte ich das schon immer mal vor, aber auf Grund von Zeit, Geld und sonstigen Ausreden immer wieder vor mir hergeschoben.

 

Ich schraube eigentlich schon immer an meinen Rädern selber herum. Angefangen hat das ganze schon in der Kindheit. Da wurde das BMX-Freestyle-Bike diverse male komplett zerlegt, neu lackiert und wieder zusammen gebaut. Damals immer alles unter der fachkundiger Anleitung meines Papas, der selber gerne schraubt.

 

Seitdem führe ich die meisten Wartungen oder Upgrades selber durch, nur sehr selten nutze ich mal den "außerhäuslichen" Service eines Radladens. Mittlerweile hat sich im Radkeller auch einiges an Werkzeug angesammelt, man denke nur an all die Abziehwerkzeuge für alte vierkant-Kurbeln. Aber ein Rad von Grunde auf - also mit Auswahl jeder einzelnen Schraube - aufzubauen, das hab ich bisher so noch nicht gemacht.

 

Und dann war ich zusammen mit Björn kurz nach Weihnachten mal wieder bei Math Salden in Holland, einem sehr guten Rennrad-Laden in der Nähe von Maastricht. Und dort, direkt über dem Fenster, hingen mehrere stark reduzierte Cinelli Alu-Rahmen, die uns von da an nicht mehr losließen. 

 

Dann mal kurz drüber diskutiert, wie cool es doch wäre, mal das Winterrad durch ein neues, und dazu noch selber aufgebautes Alu-Rad zu ersetzen, das Donnerwetter der Damenwelt zuhause abgewogen, und schlussendlich fuhren wir eine Stunde später kurzerhand mit zwei gleichen Alurahmen zurück Richtung Ruhrgebiet.

 

Björn hatte noch von einem älteren Canyon (welches ihm bei einem Renn-Crash buchstäblich in der Mitte durchgebrochen ist) eine komplette Dura-Ace Gruppe übrig, für welche er schon seit längerem nach einer neue Verwendung gesucht hat.

Ich selber beschloss, mein inzwischen in die Jahre gekommenes Canyon zu ersetzen und es in den verdienten Ruhestand zu schicken. Allerdings war mein Plan, immer mal wieder "zwischendurch" ein paar Teile für das Cinelli zu erstehen, um es dann gemütlich in drei bis vier Monaten nach und nach aufzubauen. 

 

Das erste was der Postbote brachte, war die 105er. Meiner Meinung nach eine Spitzengruppe und für mich und meine Leistungen absolut ausreichen. Obwohl ich gestehen muss, man tut sich - zumindest beim "richtigen" Sommerrad - dann doch immer ein wenig schwer damit, zu seiner 105er zu stehen, wenn alle um einen rum nur wahres High End Equipment fahren. ;-) Folglich ist an meinem De Rosa dann auch (zumindest) eine Ultegra verbaut, am Winterrad reicht die 105er aber locker aus. Und ehrlich gesagt, sie passt auch besser zum dunkel-matten Cinelli mit ihrem schwarzen, zwischen matt und glänzend wechselndem "Darklook".

Lenker, Vorbau und Sattelstütze kommen von Fizik. Ich habe die Aluvariante R3 gewählt, da ich - auch wenn es vielleicht etwas seltsam klingt - Carbon in Lenker und Vorbau immer noch nicht wirklich vertraue.

 

Bei den Laufrädern habe ich mich für die Campagnolo Scirocco entschieden. Sie sind sehr robust und mit ihrem schönen schwarz-roten Look passen sie perfekt zum Rahmen. Auf den Bildern sind diese leider nicht zu sehen, beim zusammenbauen hatte ich ältere DTSWISS drin, bei der ersten Ausfahrt dann meine Cosmics. Die Flaschenhalter sind von Elite, da gibt's für mich seit Jahren keine bessere Wahl.

 

Alles in allem hat es sich wirklich gelohnt, das eigene Rad mal komplett selber aufzubauen, auch wenn es natürlich etwas teurer und auch zeitaufwändig ist. Es macht riesigen Spaß, ist aufregend (zum ersten mal ein Gabel abzusägen hat schon was ;-) und man lernt auch noch eine Menge dazu.

Auf jeden Fall kenne ich jetzt den Drehmoment jeder einzelnen Schraube und weiß nun auch genau, welches Schmiermittel für was da ist. ;-)

 

Eins ist sicher, für mich wird das nicht das letzte Custom Made bleiben...

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