Lanzarote - Reisebericht


Da ich Family habe und schon seit Jahren regelmäßig eine Woche im Jahr mit meinen Jungs zum Surfen fahre, bekomme ich einen weiteren Solo-Urlaub im Rahmen eines Trainingslagers, zuhause nicht wirklich durchgesetzt...

Meine Family unterstützt meine "Sportleidenschaft" das ganze Jahr über, begleitet mich zu den meisten Events, und meine Frau plant sämtliche privaten Verpflichtungen irgendwie um meine Trainingseinheiten herum. Daher würde ich mich, ehrlich gesagt, auch nicht wirklich wohl fühlen, wenn ich "zusätzlich" noch eine weitere Woche im Jahr alleine auf Tour ginge.

Was ich aber schon seit Jahren praktiziere ist, dass ich unsere gemeinsamen Urlaubsreisen als mein "privates" Trainingslager nutze. Man absolviert da natürlich nicht die gleichen Umfänge, wie man das in einem "richtigen" Trainingslager tun würde, aber der Ortswechsel und unsere meist sehr tollen Urlaub-Locations am Meer motivieren mich alleine schon zusätzlich, an fast jedem Tag die Laufschuhe zu schnüren oder das Umland per Rad zu erkunden.

Daher machen wir das eigentlich immer so, dass ich bei Autoreisen das eigene Rad mitnehme, oder bei Flugreisen, mir für ein paar Tage ein Rad leihe. Als Triathlet hat man ja den Vorteil, dass, auch wenn man sich nur für ein paar Tage ein Rad leiht, man immer noch genügend andere Einheiten im Köcher hat - also zumindest Laufen kann man ja bekanntlich überall.

Die Schwimmtraining-Lagune
Die Schwimmtraining-Lagune

Und so war es dann auch auf Lanzarote. Zusammengefasst hatte ich für drei Tage ein Rennrad geliehen, und war an den anderen Tagen im Wasser und/oder zu Fuß unterwegs.

Was mir mal wieder aufgefallen ist: egal, ob man nun ein Trainingslager besucht, oder aber einfach im Familienurlaub alleine seine Einheiten absolviert, es ist alleine schon motivierender, das ganze einfach mal an einem anderen Ort zu tun. Schwimmen im Meer, Laufen auf der Promenade - das hat schon was, wenn man sonst über immer die gleichen Straßen oder Waldwege läuft.

Ebenfalls sehr nett ist auch, dass man gefühlt sehr viele Gleichgesinnte trifft. Die Zahl der Läufer, die einem im Ironman-Lanzarote Shirt oder mit Ironman Kappe entgegenkommen, ist schon recht hoch. Dadurch fühlt man sich noch ein bisschen mehr wie im "echten" Trainingslager - definitiv anders, als wenn ich alleine sonntags morgens an der Ruhr meine Runden drehe.

Wir waren an der Costa Teguise, und um es schonmal vorweg zu nehmen, es hat uns sehr gut gefallen. An der Südwestseite der spitzen Landzunge gab es eine kleine Lagune, die bei Ebbe komplett vom Meer abgeschnitten war. Bei Flut war eine Seite zum Meer hin geöffnet, wodurch auch mal ein etwas höherer Wellengang herrschen konnte. Bei Ebbe war die Lagune komplett geschlossen und die Wasseroberfläche platt wie eine Flunder.

Wenn man sich an der inneren Felsen-Begrenzung  orientiert hat und diese abgeschwommen ist, waren das laut GPS Uhr ca. 400m für eine Runde. Ich als Kachelzähler habe das wirklich sehr genossen. Man muss nicht so oft den Kopf heben, da man unter Wasser gute Sicht hat und konnte beim Trainieren noch die Fische im warmen Salzwasser beobachten - ein Traum im Vergleich zum Hallenbad!

An drei Tagen hatte ich mir ein Rennrad geliehen. Das BMC war - diplomatisch ausgedrückt - in einem mittleren Zustand, aber mir persönlich ist das Rad eigentlich relativ egal. Zuhause muss mein geliebtes Bike natürlich auch eine gewisse Qualität haben und sollte im Idealfall auch noch nett aussehen, aber im Urlaub geht es mir einfach nur um das Training - egal, ob mich das Rad jetzt flasht oder nicht. So war also der Alurenner mit den nicht so wirklich gut zupackenden Bremsen und der leichten Unwucht im Hinterrad, ganz ok... aber darum ging's ja wie gesagt auch nicht.

Die Touren, die ich mir rausgesucht hatte, waren klasse. Höhenmeter kann man reichlich machen und die Qualität der Straßen waren, ganz entgegen meiner Erwartungen, meistens wirklich sehr gut. In mir kam beim Fahren mehrfach die Frage auf, ob sämtlicher Asphalt erst im letzten Jahr abgekratzt und erneuert wurde...

 

Landschaftlich, war's ok - wer die Vuelta schaut, kennt das schon. Es gibt kleinere Straßen durch ein paar nette Örtchen, welche man wohl sonst gar nicht gesehen hätte, aber meist halt die typisch braune Wüste. Nicht falsch verstehen, wir wussten natürlich, was kommt und ich mag das auch sehr, aber man sollte sich einfach im Klaren sein, dass man nicht durch idyllische Pinienwälder radelt, bevor man sich für die Kanaren entscheidet.

Und das Laufen? War auch sehr cool!

Zum einen herrscht auf den Kanaren das ganze Jahr über ein sehr gemäßigtes Klima, was dem Laufen sehr entgegenkommt und zum anderen, wie oben bereits erwähnt, geht es schon in Richtung "traumhaft", morgens die Strandpromenade unter Palmen abzulaufen, mit dem Meer auf der einen, und dem erwachenden Urlaubsort auf der anderen Seite. Da kommt auch beim Durchschnitts-Triathleten ein kleines bisschen Ali'i Drive-Gefühl auf…


Vielleicht nochmal generell zum Klima: Laut Reiseanbietern ist die beste Reisezeit für die Kanaren von April bis Oktober, für die beiden östlichen Inseln Lanzarote und Fuerte gilt die Reiseempfehlung allerdings für das ganze Jahr. Durch die Passatwinde wird es im Hochsommer nicht zu warm, und auch im Winter gehen die Temperaturen nicht wirklich weit zurück - genaue Temperaturtabellen für die einzelnen Inseln findet ihr im Netz zu Genüge.

 

Uns hat der Sporturlaub auf Lanzarote sehr gefallen, ich konnte auch hier meiner "Triathlon-Trainings-Leidenschaft" nachgehen und es wurden eine Menge toller Erinnerungen produziert. Am Ende waren wir uns alle einig… wir werden wiederkommen!

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